Softwareentwicklung

T3 Code: Claude Code, Codex und Co. aus einer Oberfläche steuern

T3 Code: Claude Code, Codex und Co. aus einer Oberfläche steuern

T3 Code ist eine kostenlose Oberfläche, über die du mehrere Coding-Agents von einer Stelle aus steuerst: Claude Code, Codex, Cursor, Grok Build, OpenCode, Google Antigravity und weitere. T3 Code ist selbst weder Agent noch Sprachmodell. Es startet die Agents, die du schon nutzt, mit deinen bestehenden Abos und zeigt sie in einer gemeinsamen Ansicht, am Rechner, im Browser und auf dem Handy. Der Quellcode ist offen und steht unter MIT-Lizenz, hinter dem Projekt steht das Team des US-Entwicklers und YouTubers Theo Browne.

Für einen Betrieb, der Software mit KI entwickelt oder entwickeln lässt, ist T3 Code vor allem ein Werkzeug für alle, die mehrere Aufgaben gleichzeitig an Agents geben. Jede Aufgabe läuft in einem eigenen Thread auf einem eigenen Git-Zweig, am Ende steht ein Pull Request. Das spart Kontextwechsel und Suchen. Es ist aber ein junges Projekt mit einer Voreinstellung, die du sofort ändern solltest: Neue Threads dürfen standardmäßig alles, ohne zu fragen.

Was ist T3 Code?

Das Projekt beschreibt sich als Steuerzentrale für Coding-Agents, im Original „control plane“. Was das heißt, versteht man am besten über einen Begriff aus der Agent-Welt: den Harness. Ein Harness macht aus einem Sprachmodell einen Agenten. Er gibt dem Modell Werkzeuge, führt sie aus und reicht die Ergebnisse zurück. Claude Code besteht zum Beispiel aus einer Oberfläche, also dem Terminal oder der Desktop-App, und einem Harness darunter, dem Agent SDK von Anthropic. Bei Codex ist es genauso.

T3 Code ersetzt nur die Oberfläche. Den Harness bringst du mit. Theo Browne erklärt das in der FAQ mit einem Bild: Das Sprachmodell ist der Koch, der Harness die Küche, und T3 Code ist das Restaurant, in das du deine eigene Küche mitbringst. Praktisch heißt das: Claude Code muss auf dem Rechner installiert und angemeldet sein, damit T3 Code es steuern kann. Wie die Bauteile eines Agenten zusammenspielen, beschreibt die Anatomie eines KI-Agenten.

Das Repository auf GitHub gibt es seit Februar 2026, inzwischen hat es mehr als 30.000 Sterne. Die aktuelle stabile Version ist 0.1.2 vom 22. Oktober 2026. Daneben erscheinen fast täglich Vorabversionen, die sogenannten Nightlies.

Welche Agents T3 Code steuert

Die Dokumentation nennt Stand Ende Oktober 2026 acht Agents. Jeder muss auf dem Rechner, auf dem T3 Code läuft, eingerichtet und angemeldet sein:

AgentAnbieterAnmeldung
Claude CodeAnthropicclaude auth login im Terminal
CodexOpenAIcodex login
CursorCursoragent login
Grok BuildxAIgrok login
OpenCodeOpen Sourceopencode auth login
AntigravityGooglein den Einstellungen von T3 Code, Anmeldung mit dem Google-Konto

Dazu kommen Pi und Muse Code sowie weitere Agents über das Agent Client Protocol (ACP), eine offene Schnittstelle, über die sich Agents an Oberflächen anschließen lassen.

Eigene T3-Kontingente gibt es nicht. Auf der Website heißt es, T3 Code verkaufe keine Tokens weiter. Du nutzt deine Abos bei Anthropic, OpenAI und den anderen Anbietern. Wer lieber mit API-Schlüssel oder über OpenRouter arbeitet, legt dafür eine zusätzliche Instanz des Agents an, die Abo-Einrichtung bleibt davon unberührt. Lokale Modelle unterstützt T3 Code ausdrücklich nicht. Nach Ansicht der Entwickler taugen sie noch nicht für ernsthafte Entwicklungsarbeit.

Was T3 Code im Alltag bringt

  • Mehrere Agents parallel. Du startest in einem Projekt mehrere Threads, etwa Claude Code für die Oberfläche und Codex für eine Schnittstelle. Die Übersicht zeigt, welcher Agent gerade arbeitet und welcher auf deine Freigabe wartet. Das Modell lässt sich sogar mitten im Thread wechseln.
  • Jeder Thread auf eigenem Zweig. Jeder Agent schreibt auf einen eigenen Git-Zweig, auf Wunsch in einem eigenen Arbeitsverzeichnis, einem sogenannten Worktree. So kommen sich parallele Agents nicht in die Quere. Warum Versionskontrolle bei Agents keine Kür ist, steht in Git für KI-Agenten.
  • Prüfen und Pull Request in der App. Du siehst die Änderungen jedes Durchgangs als Diff und gibst sie frei. Ein Klick committet, pusht und öffnet einen Pull Request mit generiertem Titel und Beschreibung, auch als Entwurf. Neben GitHub unterstützt T3 Code GitLab, Bitbucket, Azure DevOps, Forgejo und Gitea.
  • Verbrauch auf einen Blick. Die Ansicht „Usage“ fasst Token, Cache-Ersparnis und geschätzte Kosten über alle Agents zusammen. Das ist der Gegenwert zu API-Preisen, nicht deine Abo-Rechnung. Du siehst aber, welche Aufgabe teuer war.
  • Eine Bedienung für alle Agents. Laut den Entwicklern fühlt sich in T3 Code jeder Agent fast gleich an. Wer zwischen Claude Code und Codex wechselt, muss sich nicht jedes Mal umgewöhnen. Auch die Skills aus Claude Code rufst du im Eingabefeld auf, mit einem $ vor dem Namen.

Vom Handy aus steuern: So funktioniert der Fernzugriff

Die Agents laufen immer dort, wo T3 Code läuft: auf deinem Arbeitsrechner, einem Server im Büro oder einem gemieteten Server in der Cloud. Handy, Browser oder ein zweiter Laptop sind nur die Fernbedienung. Theo Browne schreibt, dass weniger als fünf Prozent seiner Eingaben auf seinem Laptop laufen. Für die Verbindung gibt es drei Wege:

  • T3 Connect. Der einfachste Weg. In der Desktop-App meldest du dich unter „Settings“ und „Connections“ an, auf einem Server startest du t3 connect. Auf dem Handy meldest du dich mit demselben Konto an und wählst den Rechner aus. Die Verbindung läuft über einen Tunnel von Cloudflare, eine Weiterleitung im Router brauchst du nicht.
  • Kopplung im eigenen Netz. Im Büro- oder Heimnetz erzeugst du einen Kopplungslink samt QR-Code und scannst ihn mit dem Handy.
  • Tailscale oder ein anderes VPN. Wer ohnehin ein privates Netz für seine Geräte betreibt, verbindet sich darüber. Die Entwickler nutzen das selbst als Rückfallebene, falls T3 Connect hakt.

Die Apps gibt es für iOS und Android, im Browser läuft T3 Code unter app.t3.codes. Auf dem iPhone kannst du Aufgaben ab iOS 26 auch einsprechen. Eine Bedingung gilt immer: Der Rechner mit den Agents muss eingeschaltet und erreichbar bleiben. Wie du Claude Code auf einem eigenen Server dauerhaft laufen lässt, zeigt die Anleitung Claude Code auf einem VPS einrichten.

Was T3 Code kostet

Nichts. Laut FAQ gibt es schlicht keinen Weg, für T3 Code zu bezahlen. Du zahlst weiter nur deine Abos bei den Anbietern der Agents. Auch T3 Connect ist kostenlos, und zwar „vorerst“, wie die Entwickler schreiben. Jedes Konto kann bis zu drei Rechner verbinden, Handys und Browser zählen nicht mit. Werden die Kosten für den Dienst zu hoch, behalten sie sich eine Änderung vor. Wer davon unabhängig bleiben will, nimmt Tailscale oder die direkte Kopplung.

Einen Haken beim Verbrauch nennt die FAQ selbst: Weil T3 Code Claude über das Agent SDK von Anthropic steuert, ist das Fünf-Stunden-Limit eines Claude-Abos schneller aufgebraucht als bei direkter Nutzung von Claude Code. Laut T3 liegt der Fehler bei Anthropic und ist gemeldet, die Wochenlimits sind nicht betroffen. Wer viel mit Claude arbeitet, sollte das im Blick behalten. Wie du den Verbrauch generell senkst, steht in KI-Kosten senken durch Token-Optimierung.

So richtest du T3 Code ein

  1. Agents installieren und anmelden. Richte mindestens einen Agent auf dem Rechner ein, auf dem T3 Code laufen soll, und melde ihn dort im Terminal an, etwa mit claude auth login oder codex login. Taucht ein Agent später nicht auf, ist er laut FAQ fast immer auf diesem Rechner nicht installiert oder nicht im Suchpfad.
  2. Ohne Installation ausprobieren. Mit npx t3@latest startest du T3 Code einmalig aus dem Terminal, die Oberfläche öffnet sich im Browser. Dafür brauchst du Node.js.
  3. Dauerhaft installieren. Die Desktop-App gibt es für Windows, macOS und Linux, über die Release-Seite auf GitHub oder Paketmanager wie Homebrew, winget und scoop. Für Server gibt es ein Installationsskript, danach startet t3 das Programm. Auf Macs mit Intel-Prozessor nimmst du die Desktop-App, dafür gibt es kein fertiges Kommandozeilenprogramm.
  4. Projekt öffnen und Git verbinden. Füge den Projektordner hinzu und verbinde unter „Source control“ dein Git-Konto. Bei GitHub reicht ein Token oder die angemeldete GitHub-Kommandozeile gh.
  5. Handy koppeln. App installieren und über T3 Connect oder einen Kopplungslink mit dem Rechner verbinden.

Fünf Einstellungen vor dem ersten echten Einsatz

  1. Rechte herunterdrehen. T3 Code kennt vier Rechte-Stufen je Thread. „Supervised“ fragt vor Befehlen und Dateiänderungen. „Auto-accept edits“ übernimmt Dateiänderungen selbst und fragt bei allem anderen. „Auto“ lässt die automatische Prüfung des Anbieters Routineaktionen freigeben. „Full access“ führt alles ohne Rückfrage aus. Und genau das ist die Voreinstellung für neue Threads. Stell sie unter „Settings“, „Threads“, „New threads“, „Permissions“ auf Supervised, bis du weißt, was die Agents in deinem Projekt tun. Einzelne Projekte können eine eigene Vorgabe bekommen.
  2. Über die Nutzungsdaten entscheiden. T3 Code sendet Nutzungsereignisse an die eigenen Server und von dort an den Analysedienst PostHog: Anbieter, Modell, Rechte-Stufe, Dauer und Token-Summen, dazu unkenntlich gemachte Kennungen deiner Konten. Prompts, Antworten und Dateiinhalte sind laut Dokumentation nicht dabei. Dein Code geht direkt an den Anbieter des Agents, nicht an T3. Wer die Nutzungsdaten trotzdem abschalten will, setzt vor dem Start T3CODE_TELEMETRY_ENABLED=false.
  3. Die stabile Version nehmen. Nightlies erscheinen teils mehrmals am Tag. Für die tägliche Arbeit ist die stabile Version die bessere Wahl, und Updates spielst du bewusst ein.
  4. Speicher aufräumen lassen. Jeder Thread mit eigenem Arbeitsverzeichnis kostet Platz. Laut FAQ hat ein Nutzer auf diese Weise 500 GB freigeräumt. Unter „Settings“ und „Storage“ schaltest du das automatische Aufräumen ein.
  5. Zugänge knapp halten. Gib dem Git-Token nur Rechte für die Repositorys, um die es geht. Lass die Agents auf einem Rechner oder Server arbeiten, auf dem keine Daten liegen, die mit dem Projekt nichts zu tun haben. Ein Agent, der fremde Inhalte liest, kann auf versteckte Anweisungen stoßen. Das Stichwort dazu ist Prompt Injection, und je mehr ein Agent ohne Rückfrage darf, desto mehr kann so eine Anweisung anrichten.

Die Haken

  • Sehr früh. Die Entwickler schreiben selbst, das Projekt sei „very very early“, und warnen: „Expect bugs“. Funktionen ändern sich schnell, manches gibt es zuerst nur in den Nightlies.
  • Offen, aber kein Gemeinschaftsprojekt. Du darfst den Code kopieren und eine eigene Variante bauen, einen Fork. Beiträge von außen nimmt das Team aber vorerst kaum an: kleine Korrekturen vielleicht, große Funktionen nicht.
  • Abhängig vom Rechner. Fällt der Rechner mit den Agents aus oder geht er in den Ruhezustand, steht die Arbeit. Für ernsthafte Fernarbeit brauchst du einen Rechner, der durchläuft.
  • Eine Schicht mehr. Zwischen dir und dem Agent sitzt jetzt ein weiteres Programm. Ändert ein Anbieter seine Schnittstelle, kann es dauern, bis T3 Code nachzieht.
  • Nichts für Einsteiger ohne Entwicklungserfahrung. Git-Zweige, Pull Requests und Rechte-Stufen setzt T3 Code voraus.

Für wen lohnt sich T3 Code?

Passt gut, wenn …Passt eher nicht, wenn …
du regelmäßig mehrere Aufgaben gleichzeitig an Agents gibstdu ab und zu einen Agent für eine einzelne Aufgabe nutzt
du Claude Code und Codex nebeneinander nutzt, etwa um Ergebnisse zu vergleichendu bei einem Anbieter bleibst und mit dessen App zufrieden bist
deine Agents auf einem Server laufen und du vom Handy aus prüfen und freigeben willstdu ein Werkzeug mit festem Wartungsversprechen und Ansprechpartner brauchst
dein Team mit Git und Pull Requests arbeitetdu ohne Versionskontrolle arbeitest

Wer ohne Programmierkenntnisse mit KI etwas bauen will, ist mit den Desktop-Apps von Claude und ChatGPT meist besser bedient. Wie der Einstieg dort aussieht, beschreibt der KI-Fahrplan nach ChatGPT. Einen Überblick über die Werkzeuge fürs Programmieren mit KI gibt der Vergleich der Vibe-Coding-Tools.

Was T3 Code über die Richtung verrät

T3 Code zeigt, wohin sich die Werkzeuge bewegen. Der einzelne Agent wird austauschbarer, die Oberfläche darüber wichtiger. Wenn sich jeder Agent gleich bedient, wählst du je Aufgabe den, der am besten passt oder dessen Abo noch Kontingent hat, statt dich für ein Lager zu entscheiden. Das senkt die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter, mehr dazu in Anbieter-Abhängigkeit.

Gleichzeitig verschiebt sich die Arbeit: weniger selbst tippen, mehr Aufgaben sauber zuschneiden, Ergebnisse prüfen und freigeben. Drei Agents parallel bringen nur etwas, wenn jede Aufgabe klar beschrieben ist und jemand die Pull Requests ernsthaft durchsieht. Sonst produzieren sie dreimal so viel Nacharbeit.

Häufige Fragen

Was ist T3 Code?

Eine kostenlose Open-Source-Oberfläche, über die du mehrere Coding-Agents wie Claude Code, Codex oder Cursor gemeinsam steuerst. Sie läuft als Desktop-App, im Browser und als App für iOS und Android. Die Agents selbst bringst du mit.

Ist T3 Code kostenlos?

Ja. T3 Code steht unter MIT-Lizenz, eine Bezahlversion gibt es nicht. Du zahlst nur deine Abos bei den Anbietern der Agents. Der Fernzugriff über T3 Connect ist vorerst ebenfalls kostenlos, für bis zu drei Rechner je Konto.

Welche Coding-Agents unterstützt T3 Code?

Stand Oktober 2026 Claude Code, Codex, Cursor, Grok Build, OpenCode, Google Antigravity, Pi und Muse Code, dazu weitere Agents über das Agent Client Protocol.

Kann ich T3 Code mit meinem Claude-Abo nutzen?

Ja. T3 Code verwendet die Anmeldung und Einstellungen von Claude Code. Laut FAQ sinkt das Fünf-Stunden-Limit dabei derzeit schneller als bei direkter Nutzung, die Wochenlimits sind nicht betroffen.

Geht mein Code an die Server von T3?

Laut Dokumentation nein. Code und Prompts gehen von deinem Rechner direkt an den Anbieter des Agents. An T3 gehen Nutzungsdaten wie Anbieter, Modell und Token-Summen, ohne Prompts und Dateiinhalte. Das lässt sich abschalten.

Kann ich T3 Code vom Handy aus nutzen?

Ja, mit den Apps für iOS und Android. Das Handy ist dabei nur die Fernbedienung: Die Agents arbeiten auf dem Rechner, auf dem T3 Code läuft, und der muss eingeschaltet bleiben.

Fazit

T3 Code löst ein echtes Problem. Wer mehrere Coding-Agents parallel einsetzt, verliert schnell den Überblick. Eine Oberfläche für alle, ein eigener Zweig je Aufgabe, Pull Requests per Klick und der Zugriff vom Handy machen diese Arbeitsweise deutlich angenehmer, und das kostenlos. Dafür ist das Projekt jung und ändert sich schnell. Fang mit einem Testprojekt an, stell die Rechte auf Supervised und nimm die stabile Version.

Wenn du Software mit KI-Agents bauen lassen willst, ohne selbst den Werkzeugkasten zu sortieren, ist das der Kern meiner KI-gestützten Softwareentwicklung. Soll dein Entwicklerteam lernen, sauber mit mehreren Agents zu arbeiten, passt ein KI-Workshop.

Quellen: Funktionen, Anbieter, Installation und Plattformen nach dem GitHub-Repository von T3 Code und der Dokumentation: FAQ (Harness, Kosten, T3 Connect, Claude-Limit, lokale Modelle, Datenfluss, Worktrees), Installation, Rechte-Stufen, Fernzugriff, Versionskontrolle, Verbrauch, Claude und Nutzungsdaten. Version 0.1.2 nach den Releases auf GitHub, Anlage des Repositorys und Zahl der Sterne nach GitHub (abgerufen am 27. Oktober 2026). Zitat zu Tokens, eigener Branch je Thread und Pull-Request-Ablauf nach der Website von T3 Code. Stand: Oktober 2026.

Über den Autor

Dennis Drzosga

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