Fertige Chatbot-Tools mit KI gibt es ab rund 40 € oder 40 US-Dollar im Monat, dann allerdings mit kleinem Kontingent. Andere Anbieter rechnen pro gelöstem Fall ab, Intercom zum Beispiel ab 0,99 US-Dollar. Ein eigener KI-Chatbot, der auf deinem Firmenwissen antwortet, kostet nach meinen Projektwerten einmalig 8.000 bis 25.000 € und im Betrieb 100 bis 400 € im Monat.
Das Sprachmodell selbst ist dabei meist der kleinste Posten. Das Geld steckt in Einrichtung, Anbindung, der Aufbereitung deines Wissens und der Pflege. Hier sind alle Kostenblöcke, drei Tools mit ihren Preisen und eine Rechnung, ab wann sich ein eigener Chatbot lohnt.
Aus welchen Kosten besteht ein KI-Chatbot?
Egal ob gekauft oder gebaut, die Rechnung hat fünf Posten:
- Werkzeug oder Lizenz: die Monatsgebühr einer fertigen Chatbot-Software, oft mit einem Kontingent an Gesprächen.
- Modellnutzung: das Sprachmodell, abgerechnet nach Textmenge. Bei fertigen Tools steckt es meist im Preis, beim Eigenbau zahlst du es direkt.
- Einrichtung und Anbindung: Einbau auf der Website, Übergabe an dein Team, Anbindung an CRM, Ticketsystem oder Kalender.
- Wissen aufbereiten: Unterlagen sammeln, aktualisieren und so ordnen, dass die KI die richtige Stelle findet.
- Pflege: offene Fragen auswerten, Antworten nachschärfen, Preise und Abläufe aktuell halten.
Auf Preisseiten sind meist nur die ersten beiden zu sehen. Ob der Bot gute Antworten gibt, entscheiden die anderen drei.
Was kosten fertige Chatbot-Tools?
Drei Beispiele mit unterschiedlichen Preismodellen, Stand September 2026, laut den Preisseiten der Anbieter:
| Tool | Preismodell | Preis |
|---|---|---|
| Tidio Lyro | Monatspreis mit Kontingent an KI-Gesprächen | ab 39 € im Monat für 50 KI-Gespräche, bei jährlicher Zahlung ab 32,50 € |
| Chatbase | Monatspreis mit Nachrichten-Credits | 40 US-Dollar für 700 Credits, 150 US-Dollar für 4.000 Credits, bei jährlicher Zahlung 20 Prozent günstiger |
| Intercom Fin | Preis pro Ergebnis | ab 0,99 US-Dollar pro gelöstem oder abgeschlossenem Gespräch |
Schau genau hin, was mitgezählt wird. Bei Tidio ist Lyro ein Zusatz, der Live-Chat für dein Team kostet im Starter-Tarif 29 € im Monat. Bei Chatbase kosten weitere 1.000 Credits im Standard-Tarif 40 US-Dollar. Fin berechnet Intercom höchstens einmal pro Gespräch, mit einem anderen Helpdesk gilt ein Mindestvolumen von 50 Ergebnissen im Monat. Mit Intercoms eigenem Helpdesk kommen Plätze ab 29 US-Dollar pro Person und Monat dazu, abgerechnet wird nur in US-Dollar.
Was kostet die KI im laufenden Betrieb?
Baust du selbst oder lässt bauen, zahlst du das Sprachmodell direkt beim Anbieter, abgerechnet nach Token. Ein Token ist ein Wortteil, im Englischen etwa drei Viertel eines Wortes, Deutsch braucht etwas mehr. Zwei Beispiele für kleine, schnelle Modelle:
- Claude Haiku 4.5 von Anthropic: 1 US-Dollar je Million Token Eingabe, 5 US-Dollar je Million Token Ausgabe.
- GPT-6 Luna von OpenAI: 0,10 US-Dollar je Million Token Eingabe, 0,50 US-Dollar je Million Token Ausgabe.
Anthropic rechnet in seiner Preisdokumentation vor: 10.000 Support-Gespräche mit durchschnittlich rund 3.700 Token kosten mit Haiku 4.5 etwa 37 US-Dollar, also unter einem halben Cent pro Gespräch. Rechne ich großzügiger mit 8.000 Token Eingabe und 300 Token Ausgabe pro Antwort, fünf Antworten pro Gespräch und 500 Gesprächen im Monat, sind es mit Haiku 4.5 rund 24 US-Dollar im Monat. Zwischengespeicherte Anweisungen kosten bei Anthropic nur ein Zehntel des normalen Eingabepreises, das drückt den Betrag weiter.
Was kostet ein eigener KI-Chatbot?
Ein eigener Chatbot spielt seine Stärke aus, wenn er auf deinem Firmenwissen antworten soll: Handbücher, Preislisten, Produktdaten, interne Abläufe. Nach meinen Projektwerten im Mittelstand, Stand September 2026:
| Vorhaben | Aufbau | Betrieb im Monat |
|---|---|---|
| Erstberatung und Konzept | 1.500 bis 5.000 € | keine |
| Ein Ablauf, ein System, etwa Chatanfragen vorsortieren und ans Team übergeben | 2.000 bis 6.000 € | 20 bis 80 € |
| Ein Ablauf über mehrere Systeme, etwa Chatbot mit Terminbuchung und CRM | 6.000 bis 15.000 € | 50 bis 200 € |
| Assistent auf Firmenwissen, der Fragen aus deinen Unterlagen beantwortet | 8.000 bis 25.000 € | 100 bis 400 € |
Im Aufbau stecken: die Wissensquellen auswählen und aufbereiten, die Suche so einstellen, dass die richtige Stelle gefunden wird, der Einbau auf der Website, die Übergabe an einen Menschen, wenn der Bot nicht weiterweiß, und Tests mit echten Kundenfragen. Wo dein Projekt in der Spanne landet, entscheiden vor allem der Zustand deiner Unterlagen und die Zahl der angebundenen Systeme. Mehr dazu auf der Seite zum KI-Chatbot. Soll der Bot vor allem deinem Team Fragen zu internen Unterlagen beantworten, passt die KI-Wissensdatenbank besser.
Wissen aufbereiten und pflegen: die unterschätzten Posten
Ein KI-Chatbot ist nur so gut wie die Unterlagen, aus denen er antwortet. Veraltete Preislisten oder fünf Versionen desselben Handbuchs landen ungefiltert in den Antworten, Wissen aus dem Kopf eines Kollegen fehlt ganz. Aufräumen kostet Zeit, auf deiner Seite und im Projekt, und steht selten auf einer Preisseite. Woran du erkennst, ob deine Dokumente taugen, steht in Warum deine Dokumente für KI unbrauchbar sind.
Nach dem Start geht die Arbeit weiter. Jemand sieht regelmäßig durch, welche Fragen der Bot nicht beantworten konnte, und schließt die Lücken. Preise, Öffnungszeiten und Leistungen ändern sich, der Bot muss mitziehen. Bei einem fertigen Tool ist das deine Aufgabe. Bei einem gebauten Assistenten steckt ein Teil davon im Betrieb von 100 bis 400 € im Monat, die Freigabe der Inhalte bleibt bei dir.
Wann reicht ein Standard-Tool, wann lohnt sich der Eigenbau?
Ein fertiges Tool reicht meist, wenn
- die Antworten im Wesentlichen schon auf deiner Website stehen,
- der Bot nichts in deinen Systemen nachschlagen oder anlegen muss,
- es um ein paar hundert Gespräche im Monat geht,
- eine Übergabe an dein Team per E-Mail oder Live-Chat genügt.
Ein eigener Chatbot lohnt sich eher, wenn
- das Wissen in internen Unterlagen steckt, die nicht öffentlich sind,
- der Bot Auftragsstatus, Termine oder Kundendaten aus deinen Systemen braucht,
- die Menge so groß ist, dass Preise pro Gespräch oder pro Fall teuer werden,
- du selbst festlegen willst, welches Modell läuft und wo die Daten liegen.
Oft ist der Mittelweg richtig: vorhandene Bausteine, verbunden zu deinem Ablauf. Wie du das abwägst, steht in Selbst bauen oder kaufen?
Rechenbeispiel: 250 oder 2.000 gelöste Fälle im Monat
Ein Betrieb bekommt über die Website Chatanfragen, der Bot löst einen Teil davon ohne Mitarbeiter. Verglichen werden ein Tool mit Preis pro Fall, am Beispiel Fin mit vorhandenem Helpdesk, und ein eigener Assistent auf Firmenwissen. Die Mengen sind Annahmen:
| 250 Fälle im Monat | 2.000 Fälle im Monat | |
|---|---|---|
| Fin, 0,99 US-Dollar pro Fall | rund 250 US-Dollar im Monat, knapp 3.000 im Jahr | 1.980 US-Dollar im Monat, knapp 24.000 im Jahr |
| Eigener Assistent | 8.000 bis 25.000 € Aufbau, dann 100 bis 400 € im Monat | 8.000 bis 25.000 € Aufbau, dann 100 bis 400 € im Monat |
Bei 250 Fällen ist das Tool klar günstiger. In drei Jahren zahlst du knapp 9.000 US-Dollar, der Eigenbau kostet schon im Aufbau mindestens 8.000 € und danach jeden Monat. Bei 2.000 Fällen dreht sich das Bild: Dann kostet das Tool jedes Jahr ungefähr so viel wie der Aufbau eines eigenen Assistenten, und der Eigenbau wird nach ein bis zwei Jahren günstiger. Nicht eingerechnet sind beim Tool eventuelle Helpdesk-Plätze und beim Eigenbau deine Zeit für Aufbau und Tests.
Mit deinen eigenen Zahlen rechnest du im KI-Kostenrechner nach, ab wann sich ein Aufbau amortisiert.
Häufige Fragen
Was kostet ein KI-Chatbot im Monat?
Fertige Tools beginnen bei rund 40 € oder 40 US-Dollar im Monat mit kleinem Kontingent. Chatbase kostet mit 4.000 Nachrichten-Credits 150 US-Dollar, Intercom Fin rechnet ab 0,99 US-Dollar pro Fall ab. Ein eigener Assistent auf Firmenwissen kostet nach dem Aufbau 100 bis 400 € im Monat.
Gibt es einen KI-Chatbot kostenlos?
Zum Ausprobieren ja. Chatbase hat einen Gratis-Tarif mit 50 Nachrichten-Credits im Monat, Tidio einen mit 50 Gesprächen. Für den Betrieb reicht das nicht, und die Arbeit an deinem Wissen fällt auch beim Gratis-Tool an.
Was kostet ein KI-Chatbot pro Gespräch?
Bei Tools mit Preis pro Fall steht es auf der Preisseite, bei Intercom Fin ab 0,99 US-Dollar. Beim Eigenbau zahlst du für das Modell nur wenige Cent pro Gespräch: Anthropic rechnet mit Claude Haiku 4.5 rund 37 US-Dollar für 10.000 Support-Gespräche vor, mit mehr Firmenwissen pro Antwort wird es etwas mehr. Dafür trägst du Aufbau und Betrieb selbst.
Rechnet sich ein KI-Chatbot für einen kleinen Betrieb?
Wenn viele gleiche Fragen kommen, die heute jemand von Hand beantwortet, oft schon mit einem fertigen Tool. Zähl eine Woche lang mit, wie viele Anfragen es sind und wie lange jede dauert. Sind es nur wenige, reicht häufig eine gute FAQ-Seite.
Fazit
Ein KI-Chatbot kostet als fertiges Tool ab rund 40 € oder 40 US-Dollar im Monat, pro gelöstem Fall ab etwa einem US-Dollar und als eigener Assistent auf Firmenwissen einmalig 8.000 bis 25.000 € plus 100 bis 400 € im Monat. Die Modellkosten sind selten das Problem. Entscheidend sind die Zahl der Gespräche, der Zustand deines Wissens und die Frage, ob der Bot in deine Systeme greifen muss.
Wenn du wissen willst, welcher Weg für deinen Betrieb passt, schau dir den KI-Chatbot an. Ob ein Chatbot bei euch überhaupt der erste sinnvolle Schritt ist, zeigt dir der KI-Potenzial-Check in zwei Minuten.
Quellen: Tool-Preise nach den Preisseiten von Tidio, Chatbase, Fin und Intercom. Modellpreise, Caching und Beispielrechnung nach Anthropic: Pricing und OpenAI: GPT-6 Luna. Stand: September 2026.
